Gewerblicher Rechtsschutz

(Markenrecht) EuGH vom 19.4.2012 zur Zuständigkeit bei Verletzung einer Marke durch Google Adwords durch Werbenden aus einem anderen Mitgliedsstaat (C-523/10)

Nach einer aktuellen Entscheidung des EuGH sind bei einer Verletzung von Rechten an einer Inlandsmarke durch Nutzung als Google Adwords durch ein Unternehmen in einem anderen Mitgliedstaat sowohl das Gericht des Mitgliedsstaats zuständig, in dem die Marke eingetragen ist, als auch das Gericht des Mitgliedsstaats, in dem der Werbende niedergelassen ist, zuständig. Weiterlesen

(Wettbewerbsrecht) Abmahnung der Kanzlei Baek Law für Frau Anja Röhr wegen Produktfotos bei Amazon

Frau Anja Röhr, bekannt aus vielen Abmahnungen, verfolgt aktuell mit Hilfe der Kanzlei Baek Law angebliche Urheberrechtsverstöße.

Grundlage der Abmahnungen sind Produktfotos, die Frau Röhr bei Amazon für eigenen Produkte verwendet hat und die von Amazon den Produkten von Wettbewerbern automatisch zur Verfügung gestellt werden.

Da das Landgericht Nürnberg-Fürth  2011 die Rechteeinräumung an Nutzungsrechten von Produktfotos bei Amazon ausdrücklich als wirksam erachtet hat, sofern auf diesen keine Unternehmenskennzeichen bzw. Marken erscheinen, ist fraglich, ob Ansprüche von Frau Röhr überhaupt bestehen.

Sofern Sie von den Abmahnungen der Frau Röhr betroffen sind, stehen wir Ihnen gerne zur Seite – in Notfällen erreichen Sie Rechtsanwalt Jüdemann auch am Wochenende unter seiner Mobilfunknummer.

(Markenrecht) BGH vom 22.3.2012: erhebliche Branchennähe zwischen Fachhandel und Cash & Carry Märkten (I ZR 55/10 – METRO/ROLLERS)

Aktuell hatte die Klägerin, ein Mitglied der Metro-Firmengruppe, den Hersteller von Rohrreinigungsgeräten, die u.a. als ROLLERS Metro 22 angeboten wurden, auf Unterlassung, Auskunft und Schadenersatz in Anspruch genommen. Das OLG Hamburg hatte in der Benutzung der Bezeichnung weder eine Markenverletzung noch ein Rufausbeutung gesehen. Zwischen den Parteien bestehe eine nicht ausgeprägte Branchenähnlichkeit. Weiterhin verfüge  das Kennzeichen METRO über eine nur leicht gesteigerte Kennzeichnungskraft. Es fehle jedoch an einer Zeichenähnlichkeit.

Der BGH kam zu dem Ergebnis, dass eine beträchtliche  Branchennähe und eine erheblich gesteigerte Kennzeichnungskraft des Klagezeichens bestehe und verwies das Verfahren an das Berufungsgericht zurück

 

Fragen zum Markenrecht ? Rufen Sie uns an. Weiterlesen

(Markenrecht) BGH vom 8.3.2012 zum Streitgegenstand bei Markenverletzungen und Inlandsbezug (commercial effect)(I ZR 75/10-Oscar)

Der BGH hat in einer Entscheidung vom 8. März 2012 entschieden, dass Ansprüche wegen Verwechlungsschutz und identischer  Verletzung den gleichen Streitgegenstand betreffen, ebenso wie Ansprüche wegen Bekannheitsschutz und Verwechslungsschutz.

Für den Inlandbezug läßt der BGH einen “commercial effect” ausreichen, wobei dieser zielgerichtet sein muss. Dies entspricht der bestimmungsgemäßen Abrufbarkeit von Inhalten. Weiterlesen

(Markenrecht/Domainrecht) OLG Frankfurt am Main vom 23.2.2012 zum Schutzumfang einer teilweise beschreibenden Marke (Zahnwelt) (6 U 256/10)

In einer aktuellen Entscheidung  hat das OLG Frankfurt am Main Ausführungen zum Schutzumfang einer teilsweise beschreibenden Marke (Zahnwelt) gemacht. Danach beschreibe der Bestandteil „Zahn“  lediglich die Art der angebotenen Leistungen. Bei dem hinzugefügten Bestandteil „welt“ handele es sich um einen Begriff, der – in Kombination mit einer Gattungsangabe (wie z.B. in „Möbelwelt“ oder „Reisewelt“(…) ) – häufig verwendet werde, um ein Unternehmen zu bezeichnen, das für sich ein breites Angebot von Waren oder Dienstleistungen in dem fraglichen Bereich beansprucht (vgl. hierzu auch BPatG, Beschluss vom 25.6.2010 – 29 W (Pat) 505/10 – Klebewelten, Tz. 20; zitiert nach juris). Hier hätte man auch argumentieren können, dass der Begriff der “Zahnwelt” als solcher beschreibend ist, nämlich ein Unternehmen mit einem breitgefächerten Angebot zu Zahnbehandlung bezeichnet. Weiterlesen

(Wettbewerbsrecht) LG Düsseldorf vom 16.3.2012: keine Werbung für Tee ohne abgebildete Bestandteile (38 O 74/11)

Die  Bewerbung eines Tees durch Abbildung von Früchten auf der Verpackung, die nicht Bestandteile des Tees  sind, verstößt gegen § 11 Abs. 1 Nr. 1 LFGB, sofern nicht deutlich darauf hingewiesen wird, dass es sich nur um Aromen oder „Geschmack“  handelt.
Eine aktuelle Entscheidung des LG Düsseldorf: Weiterlesen

(AMG/HWG) Verwaltungsgericht Köln: E-Zigarette ist kein Arzneimittel (7 K 3169/11) PM

Das Verwaltungsgericht Köln hat mit einem heute den Beteiligten zugestellten Urteil entschieden, dass die sogenannte „E-Zigarette“ auch dann kein zulassungsbedürftiges Arzneimittel ist, wenn die enthaltenen Liquid-Depots Nikotin enthalten. Weiterlesen

(Wettbewerbsrecht) Schlussantrag des AG beim EuGH: zum Verbot gesundheitsbezogener Angaben bei Wein (C-544/10)

Nach Ansicht des Advocat General (AG) des EuGH ist das Wort “bekömmlich” eine gesundheitsbezogene Angabe und damit generell bei Weinen verboten. Nach Ansicht des GA erfasse der  Begriff ,,gesundheitsbezogene Angabe” im Sinne der Verordnung Nr. 1924/20061 auch Angaben, die eine vorübergehende positive Wirkung auf den körperlichen Zustand zum Ausdruck bringen, wie etwa eine Wirkung, die auf die Zeitspanne des Konsums und der Verdauung des Lebensmittels beschränkt ist, einschließlich solcher Angaben, die zum Ausdruck bringen, dass wegen des verringerten Gehalts eines Stoffes die schädliche Wirkung des betreffenden Lebensmittels auf das körperliche Wohlbefinden geringer ist als gewöhnlich bei vergleichbaren Lebensmitteln. Weiterlesen

(Markenrecht) EuGH vom 29.3.2012: Gemeinbildschaftsmarke „Beatle“ für Rollstühle beeinträchtigt die Marken BEATLES und THE BEATLES- You-Q BV / HABM (T-369/10)

Etwas polemisch könnte man  behaupten, die Verkehrskreise für die Musik der Beatles und für Rollstühle seien identisch. Tatsächlich beziehen sich immer wieder jungen Indie-Bands auf die Pilzköpfe. So schlecht war es also doch nicht.

Vorsichtiger die Pressemeldung: „Ferner hat das HABM zu Recht festgestellt, dass es zwischen den Verkehrskreisen, auf die die einander gegenüberstehenden Zeichen abzielen, insofern eine Überschneidung gibt, als auch Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit zu der breiten Öffentlichkeit gehören, auf die dieälteren Marken abzielen“ Weiterlesen

(Markenrecht/Strafrecht) OLG Hamm v. 16.02.2012 zur Bemessung des Gegenstandswerts im Adhäsionsverfahren bei Markenverletzung – III 3 RVs 31/12

Eine interessante Entscheidung für das Adhäsionsverfahren in , die ich bei dem Kollegen Burhoff fand (Link unten). Hintergrund waren im Adhäsionsverfahren geltend gemachte Ansprüche wegen der Verletzung einer Marke. Das Landgericht setzte den Streitwert mit 5.000,00 EUR fest. Verständlicherweise legte der Kollege, der den Streitwert eher bei 175.000,00 EUR sah, Beschwerde ein. Da ein unbezifferter Antrag gestellt wurde, lag die Festsetzung im billigen Ermessen des Gerichts. Das Gericht hat unter Berücksichtigung des § 142 MarkenG eine geringeren Wert von 5.000,00 EUR angenommen. Weiterlesen

Kanzlei Ra Jüdemann

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